Reparaturverfahren in der Kanalsanierung

Schäden im Kanalnetz entstehen häufig lokal begrenzt. Risse, undichte Muffen, beschädigte Anschlussstellen oder Rohrversätze können die Funktion eines Kanals beeinträchtigen und langfristig zu Fremdwasserzuflüssen oder Abwasseraustritt führen.

In vielen Fällen lassen sich solche Schäden punktuell und grabenlos reparieren, ohne dass der gesamte Kanalabschnitt erneuert werden muss. Dafür stehen verschiedene Reparaturverfahren zur Verfügung, die je nach Schadensbild und technischen Rahmenbedingungen eingesetzt werden.
 

Die Wahl des passenden Verfahrens hängt unter anderem ab von:

  1. Art des Schadens
  2. Größe der Schadstelle
  3. Zustand der Rohrleitung
  4. hydraulischen Anforderungen
  5. wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Eine fachgerechte Bewertung der Schadstelle erfolgt in der Regel auf Grundlage einer TV-Inspektion des Kanalnetzes.
 

Gern beraten wir Sie persönlich und individuell

Steve Kämmerer Canal-Control Rohrsanierung
Steve Kämmerer
Fachbereichsleiter Kanalsanierung

Typische Schäden im Kanalnetz

Schäden an Abwasserleitungen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig treten im Kanalnetz folgende Schadensbilder auf:

  • Risse im Rohrmaterial
  • beschädigte Muffen
  • Rohrversätze
  • undichte Anschlussleitungen
  • Wurzeleinwuchs
  • lokale Ausbrüche im Rohr

Solche Schäden können dazu führen, dass:

  1. Abwasser austritt
  2. Fremdwasser in das Kanalsystem eindringt
  3. die hydraulische Leistungsfähigkeit der Leitung beeinträchtigt wird
  4. Bettung eingespült wird und Hohlräume entstehen, Setzungen entstehen, 

Durch eine frühzeitige Reparatur lassen sich größere Schäden und aufwendige Sanierungsmaßnahmen oft vermeiden.
 

Punktuelle Reparatur statt vollständiger Sanierung

Nicht jeder Schaden im Kanal erfordert eine vollständige Renovation der Leitung. Bei lokal begrenzten Schäden können Reparaturverfahren der grabenlosen Kanalsanierung eine wirtschaftliche Lösung darstellen.
Diese Verfahren ermöglichen es, einzelne Schadstellen gezielt zu reparieren, ohne den gesamten Kanalabschnitt erneuern zu müssen.

Zu den wichtigsten Reparaturverfahren gehören:

Kurzliner
Edelstahlmanschetten
Spachtelverfahren

Verpressverfahren
Hutverfahren
Injektonsverfahren / Janssen Verfahren
 

Reparaturverfahren als Vorbereitung für Renovationsmaßnahmen

Reparaturverfahren werden nicht nur zur punktuellen Schadensbehebung eingesetzt, sondern spielen auch eine wichtige Rolle als vorbereitende Maßnahme vor einer Renovation.

Insbesondere vor dem Einbau eines Schlauchliners ist es häufig erforderlich, bestehende Undichtigkeiten im Kanal zu beseitigen. Dazu gehört beispielsweise das gezielte Stoppen von Infiltrationen, also eindringendem Grundwasser.
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, zunächst geeignete Reparaturverfahren einzusetzen, um den Kanal abzudichten und optimale Voraussetzungen für die anschließende Renovation zu schaffen. Ein Beispiel hierfür ist die Abdichtung von Anschlussstellen oder Schadstellen vor dem Linereinbau. Ein geeignetes Verfahren ist das Janssen Verfahren. Weitere Informationen dazu findet man hier.
 

Übersicht der Reparaturverfahren

Je nach Schadensbild und Rohrzustand kommen unterschiedliche grabenlose Sanierungsverfahren zum Einsatz, die gezielt und wirtschaftlich angewendet werden.
 

Schnelle punktuelle Reparatur ohne Aufgraben

Das Kurzliner-Verfahren wird eingesetzt, um lokale Schäden innerhalb einer Kanalhaltung zu reparieren. Dabei wird ein mit Harz imprägniertes Trägermaterial auf einem Packer an die Schadstelle transportiert und dort an die Rohrwand gepresst.

Typische Einsatzfälle sind:

  • Risse im Rohr
  • beschädigte Muffen
  • Löcher im Rohrmaterial

Ausführliche Verfahrensinformationen findet man hier. 

Dauerhafte Abdichtung für beschädigte Rohrstellen

Edelstahlmanschetten werden verwendet, um Rohrversätze, Risse oder beschädigte Muffen dauerhaft abzudichten. Die Manschette wird mithilfe eines Packers an die Rohrwand gepresst und dichtet die Schadstelle zuverlässig ab.

Ausführliche Verfahrensinformationen findet man hier.

Glättung und Sanierung von Schadstellen von innen

Beim Spachtelverfahren wird ein spezielles Epoxidharz mithilfe eines Roboters auf die vorbereitete Schadstelle aufgebracht. Das Verfahren eignet sich besonders für Risse, Ausbrüche oder beschädigte Rohrstellen.

Ausführliche Verfahrensinformationen findet man hier. 

Effektive Abdichtung durch gezielte Injektion

Das Verpressverfahren wird häufig eingesetzt, um Anschlussstellen im Kanal dauerhaft abzudichten. Dabei wird ein hochviskoses Harz hinter eine Schalung gepresst und verbindet Anschlussleitung und Hauptkanal kraftschlüssig miteinander.

Ausführliche Verfahrensinformationen findet man hier.

Sichere Sanierung von Abzweigen und Anschlüssen

Das Hutverfahren dient zur Sanierung von Anschlussleitungen im Kanal. Ein mit Harz getränktes Trägermaterial wird mithilfe eines Hut-Packers in den Anschluss gedrückt und bildet eine stabile Verbindung zwischen Anschlussleitung und Hauptkanal.

Ausführliche Informationen zu dem Hutprofilverfahren findet man hier. 

Robuste Innenbeschichtung für langfristigen Schutz

Das Janssen-Verfahren wird eingesetzt, um schadhafte Rohrleitungen durch eine widerstandsfähige Innenbeschichtung zu sanieren. Dabei wird ein spezielles Beschichtungsmaterial gleichmäßig auf die Rohrinnenwand aufgetragen und härtet dort zu einer schützenden, dichten Schicht aus.

Typische Einsatzfälle sind:

  • korrodierte Rohrinnenflächen
  • undichte oder poröse Rohrbereiche
  • oberflächliche Schäden und Abnutzung

Ausführliche Verfahrensinformationen findet man hier.

Zum White Paper des Janssen Verfahrens geht es hier. 

 

Vorbereitung der Schadstelle

Viele Reparaturverfahren erfordern eine sorgfältige Vorbereitung der Schadstelle. Dazu werden häufig Kanalfräsroboter eingesetzt.

Mit dieser Technik können beispielsweise:

  • Wurzeleinwuchs entfernt
  • Hindernisse im Kanal beseitigt
  • Anschlussstellen freigefräst
  • Schadstellen vorbereitet

werden. Weitere Informationen zum Thema Kanalfräsroboter finden Sie hier.
 

Wann ist eine Renovation sinnvoll?

Wenn innerhalb eines Kanalabschnitts mehrere Schadstellen vorhanden sind oder der Kanal strukturell geschädigt ist, kann eine Renovation der gesamten Haltung wirtschaftlicher sein.
Ein typisches Renovationsverfahren ist beispielsweise die Schlauchlinersanierung. In solchen Fällen wird nicht nur eine einzelne Schadstelle repariert, sondern der gesamte Kanalabschnitt erneuert.

Fachgerechte Bewertung der Schadstelle

Die Wahl des geeigneten Reparaturverfahrens hängt immer vom konkreten Schadensbild ab.

Wir bewerten auf Grundlage der TV-Inspektion:

  • Art und Umfang des Schadens
  • technische Rahmenbedingungen
  • wirtschaftliche Aspekte

Auf dieser Basis wird entschieden, welches Verfahren für die jeweilige Situation die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung darstellt.
 

Gern beraten wir Sie persönlich und individuell!

Wann reicht eine punktuelle Reparatur aus?

Eine punktuelle Reparatur ist häufig möglich, wenn der Schaden lokal begrenzt ist und die Rohrstatik insgesamt noch intakt ist. Das Janssen Verfahren ist das einzige Reparaturverfahren, was nachweisen kann, dass das Altrohr nach der Reparatur wieder tragfähig ist.

 

Wann muss ein Kanal komplett saniert werden?

Wenn mehrere Schäden innerhalb eines Abschnitts auftreten oder strukturelle Schäden vorliegen, kann eine Renovation sinnvoll sein.

 

Muss der Kanal für Reparaturen aufgegraben werden?

Viele Reparaturen können heute grabenlos mit Kanalrobotertechnik durchgeführt werden.

 

Ihr Ansprechpartner in der Kanalsanierung

Steve Kämmerer Canal-Control Rohrsanierung
Steve Kämmerer
Fachbereichsleiter Kanalsanierung