Verpressverfahren zur Sanierung von Anschlussleitungen im Kanal


Undichte Kanalanschlüsse und Zuläufe grabenlos abdichten

Schäden im Bereich von Hausanschlüssen und Zuläufen im Kanal gehören zu den häufigsten Schwachstellen im Kanalnetz. Undichte Anschlussstellen können dazu führen, dass Abwasser austritt. Mit dem robotergestützten Verpressverfahren lassen sich solche Schadstellen gezielt und dauerhaft reparieren. Dabei wird ein hochviskoses Epoxidharz über eine spezielle Schalung in den Anschlussbereich eingebracht und verbindet den Zulauf kraftschlüssig mit dem Hauptkanal. Das Verfahren ermöglicht eine präzise, grabenlose Reparatur von Anschlussstellen im Kanal und wird seit über 30 Jahren erfolgreich in der Kanalsanierung eingesetzt.

Ihr Ansprechpartner

Steve Kämmerer Canal-Control Rohrsanierung
Steve Kämmerer
Fachbereichsleiter Kanalsanierung

Schäden an Anschlussleitungen entstehen häufig im Übergang zwischen Hausanschluss und Hauptkanal. Typische Probleme sind:

  • undichte Zuläufe im Kanal

  • beschädigte Anschlussleitungen

  • Risse im Anschlussbereich

  • undichte Rohrverbindungen

  • Fehlstellen im Übergang zum Hauptkanal

  • lose oder unzureichend eingebundene Hausanschlüsse

Solche Schäden können zu Wasseraustritt oder Fremdwassereintritt führen und sollten frühzeitig repariert werden. Das Verpressverfahren ermöglicht hier eine gezielte und dauerhafte Abdichtung der Anschlussstelle.
 

Schäden an Anschlussstellen können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig entstehen sie durch:

  1. Alterung des Rohrmaterials
  2. Setzungen im Erdreich
  3. mechanische Belastungen
  4. mangelhafte ursprüngliche Anschlussausbildung
  5. Korrosion oder Materialverschleiß

Werden solche Schäden frühzeitig erkannt, lassen sie sich häufig mit punktuellen Reparaturverfahren wie dem Verpressverfahren sanieren.

Einordnung des Verpressverfahrens in der Kanalsanierung


Das Verpressverfahren gehört zu den punktuellen Reparaturverfahren der grabenlosen Kanalsanierung.
Es wird eingesetzt zur:

  1. Sanierung von Anschlussleitungen
  2. Abdichtung von Zuläufen
  3. kraftschlüssigen Einbindung von Hausanschlüssen

Besonders häufig kommt das Verfahren im Rahmen einer Schlauchlinersanierung zum Einsatz. Nach der Renovation eines Kanalabschnitts werden die Zuläufe wieder freigefräst und anschließend dauerhaft an den sanierten Hauptkanal angebunden.

Wie funktioniert das Verpressverfahren?


Das Verfahren basiert auf moderner robotergestützter Kanaltechnik.
Der Ablauf erfolgt in mehreren Arbeitsschritten.

1.    Vorbereitung des Anschlussbereichs
Zunächst wird der beschädigte Anschlussbereich mit einem Kanalfräsroboter vorbereitet.
Dabei werden:
•    beschädigte Materialien entfernt
•    Anschlussbereiche freigelegt
•    die Oberfläche für die Reparatur vorbereitet

2.    Positionierung von Blase und Schalung
Der PI.TRON Verpressroboter positioniert anschließend eine Blase zur Abdichtung sowie eine spezielle Schalung im Anschlussbereich. Diese Schalung bildet die Form der späteren Reparaturstelle.

3.    Injektion des Epoxidharzes
Im nächsten Schritt wird ein hochviskoses Epoxidharz – beispielsweise PI.TROC 21 oder Robopox – hinter die Schalung gepresst. Das Harz verteilt sich gleichmäßig und füllt auch vorhandene Hohlräume im Anschlussbereich aus.

4.    Aushärtung
Das Harz härtet innerhalb mehrerer Stunden aus und bildet eine dauerhaft dichte Verbindung zwischen Anschlussleitung und Hauptkanal. Während dieser Zeit verbleiben Blase und Schalung an der Reparaturstelle.

Effiziente Sanierung mehrerer Zuläufe


Ein besonderer Vorteil des robotergestützten Verpressverfahrens ist die Möglichkeit, mehrere Anschlussstellen innerhalb eines Kanalabschnitts nacheinander zu sanieren. Während eine Reparaturstelle aushärtet, kann der Roboter bereits den nächsten Anschluss vorbereiten. So lassen sich mehrere schadhafte Zuläufe effizient innerhalb eines Kanalabschnitts reparieren.
 

 

Technische Eigenschaften des Verfahrens


Das Verfahren zeichnet sich durch eine hohe Präzision und dauerhafte Abdichtung aus.

Eigenschaften:

  • robotergestützte Reparaturtechnik

  • Einsatzbereich DN 200 bis DN 800

  • geeignet für Kreisprofile und Eiprofile

  • kraftschlüssige Anschlussanbindung

  • hochviskoses Epoxidharz

  • geringe Schrumpfung des Materials

  • hohe Klebewirkung

  • Verfüllung von Hohlräumen

Das speziell entwickelte Epoxidharz PI.TROC 21 verteilt sich besonders gleichmäßig und sorgt für eine langlebige Abdichtung. Das Verfahren verfügt über eine DIBt-Zulassung.

Das Verfahren setzt bestimmte Rahmenbedingungen voraus. Bei starkem Grundwassereintritt oder Infiltration kann das Harz nicht zuverlässig aushärten. In solchen Fällen kommen andere Verfahren zur Anwendung.
Für die dauerhafte Abdichtung bei Infiltration setzen wir beispielsweise das Janssen-Verfahren ein. 
 

Welches Reparaturverfahren eingesetzt wird, hängt vom Schadensbild im Kanal ab.

Typische Anwendungen des Verpressverfahrens:

  • undichte Anschlussleitungen

  • beschädigte Zuläufe

  • Anschlussanbindung nach Liner-Sanierung

  • Reparatur von Muffenschäden

  • Verschließen von stillgelegten Anschlüssen


Bei anderen Schadensbildern kommen beispielsweise auch folgende Verfahren zum Einsatz:

  1. Spachtelverfahren 
  2. Kurzliner 
  3. Edelstahlmanschetten
     

Warum Canal-Control Rohrsanierung?


Die Sanierung von Anschlussstellen im Kanal erfordert Erfahrung und moderne Technik.
Wir verfügen über:
spezialisierte Robotertechnik
zertifizierte Reparaturverfahren
langjährige Erfahrung in der grabenlosen Kanalsanierung
qualifiziertes Fachpersonal
Auf Basis der TV-Inspektion wird bewertet, welches Verfahren für die jeweilige Schadstelle technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wann wird das Verpressverfahren eingesetzt?
Das Verfahren wird eingesetzt, um Anschlussleitungen und Zuläufe im Hauptkanal dauerhaft abzudichten.

Kann das Verfahren bei Grundwasser eingesetzt werden?
Bei starkem Grundwassereintritt ist das Verfahren nicht geeignet. Hier kommen andere Reparaturverfahren zum Einsatz. Z.B. das Janssen Verfahren.

Wie lange hält die Reparatur?
Bei fachgerechter Ausführung kann eine langfristige und dauerhafte Abdichtung bis zu 20-30 Jahren erreicht werden.