Hutverfahren (Hutprofil) zur Sanierung von Kanalanschlüssen

Anschlussleitungen im Kanal dauerhaft und grabenlos anbinden

Anschlussstellen zwischen Hausanschluss und Hauptkanal gehören zu den sensibelsten Bereichen im Kanalnetz. Fehlerhafte oder beschädigte Anschlussanbindungen können dazu führen, dass Abwasser austritt.

Mit dem Hutverfahren (Hutprofil) lassen sich solche Schadstellen gezielt und dauerhaft sanieren. Dabei wird ein mit Harz (Epoxid oder Silikat) imprägniertes Trägermaterial mithilfe eines Hut-Packers in den Anschlussbereich eingebaut und verbindet Anschlussleitung und Hauptkanal kraftschlüssig miteinander.
Das Verfahren ermöglicht eine dauerhafte und stabile Anschlussanbindung auch innerhalb der Anschlussleitung.
 

Typische Schadensbilder an Kanalanschlüssen

Im Bereich von Zuläufen treten häufig Schäden auf, beispielsweise:

  • undichte Formstücke / Stutzenanbindungen

  • beschädigte Abzweiger

  • unsauber ausgeführte Anschlussanbindungen

  • Anschlussleitungen, die in den Kanal hineinragen

  • Risse oder Fehlstellen im Übergang zum Hauptkanal

Solche Schäden können langfristig dafür sorgen, dass in diesem Bereich die Bettung ausgespült wird, der Zulauf ggf. abreißt und es zu Straßenabsackungen kommt. Das Hutverfahren ermöglicht hier eine dauerhafte und stabile Einbindung der Anschlussleitung in den Hauptkanal

Beschädigte Anschlussbereiche können unterschiedliche Ursachen haben.

Typische Gründe sind:

  1. fehlerhafte Anschlussherstellung
  2. Setzungen im Erdreich
  3. Materialverschleiß
  4. Korrosion
  5. mechanische Belastungen
  6. nachträgliche Veränderungen am Kanalnetz

Gerade bei älteren Kanalnetzen sind Anschlussstellen häufig eine Schwachstelle im System.

Das Hutverfahren gehört zu den Reparaturverfahren der grabenlosen Kanalsanierung.

Es wird vor allem eingesetzt zur:

  • Sanierung von Anschlussstellen
  • Abdichten von Zuläufen
  • dauerhaften Einbindung von Hausanschlüssen
  • Reparatur von beschädigten Abzweigern

Das Verfahren wird häufig im Zusammenhang mit einer Sanierung der Hauptkanalleitung eingesetzt. Beispielsweise nach einer Schlauchlinersanierung. Dabei werden zunächst die Anschlussstellen freigefräst und anschließend mit einem Hutprofil dauerhaft angebunden.

Wie funktioniert das Hutverfahren?

Das Verfahren basiert auf moderner robotergestützter Kanaltechnik.
Der Ablauf erfolgt in mehreren Arbeitsschritten.

1. Vorbereitung der Anschlussstelle

Zunächst wird der Anschlussbereich mit einem Kanalfräsroboter vorbereitet.
Dabei werden:
•    Hindernisse entfernt
•    beschädigte Materialien abgetragen
•    die Anschlussstelle freigelegt
•    Schadstelle gereinigt

2. Positionierung des Hut-Packers
Anschließend wird ein Hut-Packer im Kanal positioniert. Der Packer trägt einen mit Harz (EP oder Silikat) imprägnierten Filzhut oder Glasfaserhut.

3. Einbau des Hutprofils
Der Hut wird mithilfe des Packers in den Anschluss gedrückt und das Trägermaterial kraftschlüssig an die Rohrwand gepresst wird. Der Hut reicht dabei ein Stück in die Anschlussleitung hinein.

4. Aushärtung
Das mit Harz getränkte Material härtet aus und bildet eine stabile Verbindung zwischen Hauptkanal und Anschlussleitung.

Einsatzbereiche des Hutverfahrens

Das Verfahren wird eingesetzt bei:

  • beschädigten Anschlussstellen
  • undichten Zuläufen
  • unsauberen Anschlussanbindungen
  • Anschlussleitungen, die in den Kanal hineinragen
  • Reparatur von Abzweigern
  • Abdichten von Anschlussleitungen

Technische Eigenschaften

Das Hutverfahren zeichnet sich durch eine stabile und dauerhafte Verbindung aus.

  • robotergestützte Installation
  • Einsatzbereich Hauptkanal DN 200 – 800
  • Anschlussgrößen DN 90 – 250
  • kraftschlüssige Verbindung zwischen Anschluss und Hauptkanal
  • Glasfaser- oder Synthesefaser-Trägermaterial
  • Imprägnierung mit Epoxidharz/Silikatharz
  • dauerhafte Abdichtung

Vorteile des Hutverfahrens

Das Verfahren bietet mehrere Vorteile bei der Sanierung von Anschlussstellen.

  • stabile und dauerhafte Anschlussanbindung
  • Einbau reicht in die Anschlussleitung hinein
  • grabenlose Durchführung
  • geeignet für schwer zugängliche Schäden
  • dauerhafte Abdichtung

Gerade bei beschädigten Anschlussstellen ermöglicht das Hutprofil eine langfristige Abdichtung des Anschlussbereiches.

Praxisbeispiel 

Bei einer TV-Inspektion wurde festgestellt, dass eine Anschlussleitung in einen Mischwasserkanal DN 400 hineinragte und im Anschlussbereich Undichtigkeiten auftraten.
Nach der Vorbereitung mit einem Kanalfräsroboter wurde ein Hutprofil installiert, das sowohl den Anschlussbereich im Hauptkanal als auch einen Teil der Anschlussleitung sanierte.
Die Anschlussstelle konnte so dauerhaft abgedichtet und stabilisiert werden. 

Vergleich mit anderen Reparaturverfahren

Je nach Schadensbild kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.
Die Wahl des geeigneten Verfahrens erfolgt auf Basis der TV-Inspektion und Schadensanalyse.
 

Vergleich mit anderen Reparaturverfahren

Schaden: mögliche Verfahren:
Anschluss beschädigt Hutverfahren
undichte Anschlussstelle Verpressverfahren
Riss im Rohr Spachtelverfahren
Loch im Rohr Kurzliner
   

Warum Canal-Control Rohrsanierung?

Die Sanierung von Anschlussstellen im Kanal erfordert Erfahrung und moderne Technik.

  • Wir verfügen über:
  • spezialisierte Robotertechnik
  • zertifizierte Reparaturverfahren
  • langjährige Erfahrung in der grabenlosen Kanalsanierung
  • qualifiziertes Fachpersonal

Auf Basis der TV-Inspektion wird bewertet, welches Verfahren für die jeweilige Schadstelle technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wann wird das Hutverfahren eingesetzt?


Das Verfahren wird eingesetzt, um Anschlussstellen zwischen Hausanschluss und Hauptkanal dauerhaft zu sanieren.

 


Wie weit reicht der Hut in die Anschlussleitung?


Der Hut reicht in der Regel einige Zentimeter bis Dezimeter in die Anschlussleitung hinein, wodurch eine stabile Verbindung entsteht.

 


Muss der Kanal aufgegraben werden?


Nein. Das Hutverfahren wird grabenlos durchgeführt.